Ruhe
Die gute Idee unter der Dusche war in folgende: über die ehemalige innerdeutsche Grenze nach Wernigerode zu fahren, dort den Zug nach Dessau zu nehmen und in der Bauhaus-Stadt einen Ruhetag einzulegen. Schließlich bekomme ich keine Extrapunkte, wenn ich mich im strömenden Regen durch den Harz quäle. Einen Gang zurückschalten und dabei gleich ein paar Tagesetappen auf der Strecke nach Berlin überschlagen. Nun bin ich also in Dessau und genieße die Ruhe eines Tages ohne Rad. Alles etwas langsamer als bisher.
(Bilder aus dem Harz gibt es wegen Dauerregens nicht. Bilder aus Dessau folgen am Ende)
Die Fahrt nach Wernigerode ist großartig. Rogers Tipp, die Strecke auf jeden Fall noch zu fahren, war gut. Tolle Landschaft und noch einmal wunderbarer Wald. Am Bahnhof erstehe ich ein Sachsen-Anhalt-Ticket, mit dem auch mein Rad landesweit im Regionalverkehr reist. Der Einstieg des ersten Zuges ist zwar ungeeignet für Fahrräder und in Dessau sind die Aufzüge eigentlich zu kurz für Fahrräder, aber alles in allem verläuft die zweistündige Fahrt entspannt. Ich bin damit beschäftigt meine Klamotten zu trocknen, denn es regnet den ganzen Tag.
In Dessau angekommen stehe ich auf der Straße und studiere meine Karte auf der Suche nach dem Weg zu Jugendherberge. Ein Radfahrer spricht mich an und erklärt mir, dass die Herberge umgezogen ist und nicht mehr dort, wo meine Karte sie zeigt. Er erklärt mir in aller Ruhe den Weg, begleitet mich ein Stück und wünscht mir dann eine gute Reise. Das alles in aller Ruhe im strömenden Regen, vor dem ihn nur eine einfache Jacke schützt. Ich fühle mich willkommen geheißen. Ähnlich freundlich der Empfang in der Jugendherberge. Ich bekomme ein riesiges Zimmer mit einem großen Bad, in dem ich erstmal die Taschen abstelle, um sie zu trocknen... Abends mache ich noch eine Stadtführung mit und verabrede mich mit zwei Couchsurfern für den nächsten Tag zum Kaffee.
Der Freitag beginnt nach einem ausgiebigen Frühstück mit der Quartiersuche in Lutherstadt Wittenberg und in Potsdam. Dann schaue ich mir die Ausstellung "Weniger ist Zukunft" und die Dauerausstellung im Bauhaus-Gebäude an. Ich bin tief beeindruckt. Später treffe ich Timothée, einen Couchsurfer aus Frankreich, der in Dessau als Austauschstudent ist, zum Kaffee.
Ein guter Tag geht zuende. Morgen fahre ich weiter nach Lutherstadt Wittenberg.
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- 7. May 2010 - 19:23
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Salam aleikum Andreas!
Deine Startwoche gefällt mir gut, so entspannt wie die Tasmanier also waagerecht liegend und nicht schräg sitzend wie die Münster-länder.
- Sehen ist anders als erzählt bekommen -
(aus Kenia)
Inschallah
Jürgen, Deine Kommentare gefallen mir. Danke dafür! andreas
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